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Diese Tage, an denen mir einfach alles auf den Sack geht RANT

Es gibt Tage, da geht mir einfach alles auf den Sack. Es ist schon direkt morgens beim Aufstehen der Wurm drin: Handwerker im Haus bearbeiten die Außenwände mit Schlagbohrern... und das nicht eine, zwei oder drei, nein VIER geschlagene Stunden lang. L. zeigt sich davon unbeeindruckt, kommentiert lediglich mit einem "oh!", wenn mal wieder eine neue Bohrphase beginnt. So weit so schlecht. Es gibt wenig, was ich mehr hasse, als auf Gedeih und Verderb den Heimrenovierungsplänen meiner Nachbarn ausgesetzt zu sein. Man denkt immer: "Juhu es ist endlich vorbei!", um dann nur wieder mit lautem Gebohre eines Besseren belehrt zu werden. Einer der Gründe für die Wahl der aktuellen Wohnung war: keine Nachbarn. Zumindest nur einen direkten Nachbarn nebenan (in einem anderen Haus), dessen Schlafzimmer wohl an unser Wohnzimmer angrenzt (wenn man nach den wochenendlich stattfindenden pseudo-orgiastischen Stöhn-Konzerten einer dort wohl ansässigen Dame geht). Wie dem auch sei. Unter uns im Haus nur Geschäftsräume. Physiotherapeut, Anwalt, Arzt. Oben wir. Dennoch gelingt es auch diesen Nachbarn, Handwerker zu engagieren, die dann meinen Tag zur Hölle machen. Immer und immer wieder. Dieses Bohrer-Geräusch... wie ich es hasse. Dagegen ist die Putzfrau, die abends stets um 20 Uhr (wenn L. ins Bett gebracht wird) die scheinbar direkt unter unserem Schlafzimmer liegende Praxistoilette putzt ja fast eine Wohltat. Dabei putzt oben genannte diese Toilette so, als würde sie sie mit einem Stock verprügeln. So richtig auf sie einschlagen. Und den Deckel zuknallen, als wolle sie, dass er in tausend Splitter zerbricht...Aber ich schweife ab. Also Renovierungsarbeiten im Haus (insbesondere zu meiner heiligen Mittagsschlaf-Zeit )-> I HATE!

Der nächste Punkt meines Kack-Tages: Kochen. L. isst stets NACH dem Mittagsschlaf (mich wundert es, dass sie überhaupt bei den ca. alle 15 Sekunden stattfindenden Schlagbohrer-Intervallen schlafen konnte). Also musste ich kochen. Da das Kind ja am liebsten nur carbs mit carbs und ohne Gemüse isst (ein weiterer Nerv-Punkt), koche ich Nudeln mit Karotten. Hört sich genau so lecker an, wie es ist...ich vermische es mit Creme fraîche und Parmesan-> uääärgs, ekelhaft sauer irgendwie. Also ausbalancieren. Ich tu', wie meine Mutter es mir einst lehrte: Ketchup rettet fast alles... aber weit gefehlt. Das Essen ist nun vollends ungenießbar und landet in der Tonne, was mich auch tierisch ankotzt, schließlich bin ich ein sparsamer Mensch, der es hasst, Ressourcen oder Essen zu verschwenden oder wegzuwerfen. Fuck it.

Nur raus hier, denn die Handwerker haben nach 30-minütiger Mittagspause nun wieder ihr höllisches Tagwerk aufgenommen. Schnell zum Bäcker, dann muss halt 'ne Butterbreze für L. reichen und dann ab auf den... Spielplatz. Mein nächster Punkt im Kack-Tag. Ich HASSE Spielplätze. Dazu muss ich ausholen:
Spielplätze. Ein Ort freien Spiels. Eine Oase im tristen Alltag des Stadtkindes, das ohne eigenen ans Eigenheim angrenzenden Garten klarkommen muss. Ein Kinderparadies, an dem sich ausprobiert und ausgetobt werden kann. MY ASS! Spielplätze sind eine Ausgeburt der Hölle! Vielmehr die Art, wie Spielplätze konzipiert sind bzw. dass es einen Spielplatz-Knigge zu geben scheint, der besagt, dass Kinder stets unter elterlicher Supervison zu agieren haben, um nicht andere Kinder oder sich selbst zu gefährden. Leider ist L. noch nicht mal 2 Jahre alt... denn wie gerne würde ich mich einfach nur mit einem Buch oder meinem Smartphone auf den Spielplatzbänken hinchillen und mich am A* lecken lassen. Doch leider ist sie so klein, dass sie nicht alleine klettern, schaukeln, rutschen o.Ä. kann, also ist es mein Job, sie zu befähigen... UND DAS KOTZT SO AN! Das macht den Spielplatz nur zu einem weiteren Punkt auf der nicht enden-wollenden Bespaßungs-Angebots-To-do-Liste, die ich oft abzuarbeiten das Gefühl habe. War das jetzt Yoda-Grammatik? Egal. Bespaßung also. Auch auf dem Spielplatz. Aufpassen, da sein, eingreifen, aktiv sein. Motivieren (schaukel doch mal!), intervenieren (das ist nicht dein Bagger!), moderieren (trink doch mal bitte was!). NERV! Wie wäre es mal mit leben und leben lassen! Mir ist es fuckegal, wer mit wessen Sandförmchen spielt. Auch, wer auf welche Art die Rutsche zu erklimmen versucht oder die Schiffsschaukel blockiert. Wie ein weiser Mann einst sagte: "I JUST DONT GIVE A FUCK!" (Eminem). Spielplätze sind derart normativ, dass ich sie als bedrückend und einschränkend empfinde. Jede Spielgelegenheit soll - wenn es nach den erwachsenen Begleitpersonen der Kinder geht- auf nur eine zulässige Art und Weise genutzt werden. Und wehe, jemand schaufelt Steine auf die Schaukel oder backt Sandkuchen auf dem Karussell. Hinzu kommt, dass andere Erwachsene Intervention bei abweichendem Verhalten erwarten. Ich habe aber keine Lust, mein Kind ständig von der Rutsche wegzukomplimentieren... oder vom super fetten scheiß Bobbycar mit tausend Blinklichtern und Funktionen (selber schuld, wer so 'n Teil anschafft und dann mit auf den Spielplatz nimmt). Ich habe Bock, in der Sonne meinen Kaffee zu trinken und zu chillen. Alles andere neeeeervt. Ich hoffe, das erledigt sich mit zunehmendem Alter des Kindes, denn sonst erledigen sich Spielplätze einfach für uns. So einfach.

Abends muss ich nach okayem Abendessen (Kind hat halbe Avocado gegessen - juhu, wenigstens ETWAS gesundes!) und dem üblichen Zahnputz-Kampf (der nicht ohne Smartphone-Youtube-Kinderlied-Video-Bespaßung auf 10 cm Nähe erfolgen kann) das Zubettgeh-Ding durchziehen, das erstaunlich glimpflich abläuft. Endlich Feierabend. Entspannung. Ruhe. Denkste! Schließlich zockt der Mann im Haus heute FIFA. Stress pur. Nicht nur für ihn, der hierbei einen ungekannt aggressiven Ehrgeiz entwickelt, sondern auch für mich. Ich kann das Geklicker der Playstation-Tasten nicht ausstehen! Dieses hektische, unregelmäßige, nervige Geklackere... hate! Garniert mit gezischten "du scheiß kleiner hässlicher Spast"-Beschwörungen stresst er sich durch gefühlt 10 Spiele, bis ich kapitulierend in L.s Kinderzimmer verschwinde. Seine gereizte Art geht auf mich über. Ist ja nicht so, als hätte ich 'nen entspannten Tag gehabt... Cookies, Rotwein und schreiben. In L.s Tipi auf dem Schaffell. Schon besser. Morgen wird sicher ein besserer Tag.


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